Ferien auf Rügen 

Rügen, Kreidefelsen und Hiddensee

Kreideklippen, Bodden, idyllische Dörfer und der "Rasende Roland": Die Reize der Insel Rügen bleiben nicht verborgen - doch wem es hier zu voll wird, kann ja immer noch wie Gerhart Hauptmann nach Hiddensee ausweichen.


Rügen

Rügen ist Deutschlands größte Insel und ein echter Urlaubsmagnet. Sobald man den belebten Rügendamm hinter Stralsund überquert und sich von der Hauptverkehrsader B 96 entfernt hat, lassen sich die vielen Facetten der Insel ausgiebig erkunden.

Kultur in anmutiger Umgebung wartet in Putbus, wo sich ein klassizistisches Kleinod erhalten hat. Fürst Malte von Putbus ließ den Ort zu Beginn des 19. Jh. planmäßig auf dem Reißbrett anlegen: vor allem um den kreisrunden, "Circus" genannten Platz gruppieren sich feudale, weißgetünchte Häuser.

Ein Theater und ein herrlicher Schlosspark mit Organgerie und einem Spielzeugmuseum im ehemaligen Affenhaus runden das Bil ab.

In Putbus startet auch Rügens berühmter "Rasender Roland"; die Kleinbahn fährt regelmäßig nach Göhren und zurück. Nicht weit östlich von Putbus errichtete Fürst Malte das Jagdschloss Granitz (1837-45) und berief dafür keinen Geringeren als Schinkel in den Architektenstab - seine Idee ist der schöne Aussichtsurm.

Vorbei an Granitz geht es zu Rügens Ostseebädern, nach Binz mit seiner Strandpromenade im Norden und nach Sellin (die steilste Strandtreppe weit und breit), Baabe und Göhren im Osten.

Die Region von hier bis zum Südostzipfel Rügens mit den Orten Middelhagen (Schulmuseum), Groß Zicker (Pfarrwitwenhaus aus dem 18. Jh.) und Thiessow heißt Mönchgut und ist sehr idyllisch - zumindest in der Nebensaison.


Impressionen in Kreide

Die wohl bekannteste Sehenswürdigkeit Rügens liegt im Nationalpark Jasmund: die Kreideküste "Stubbenkammer". Erreichbar ist sie von Sassnitz und vom Parkplatz Hagen, wo Busse zum 2004 eröffneten Nationalpark-Zenrum mit spannenden Natur-Ausstellungen und einer Multivisions-Schau starten. Ganz in der Nähe inspirierte die "Victoria-Sicht" den Maler Casper David Friedrich zu seinem Gemälde "Kreidefelsen auf Rügen" (um 1818). Höchster Punkt der Kreideküste ist der 118m hohe Königsstuhl. Wer seinen imposanten Anblick von unten genießen will, klettert 412 Stufen hinab zum Strand.

Ein weniger überlaufenes "Kreideerlebnis" ist dem Wanderer gewiss: von Sassnitz geht es auf dem 8km langen Hochuferweg bis zum Königsstuhl entlang der weißen Klippen über der blauen Ostsee.

Schöne Naturimpressionen bieten auch die Nordspitze der Insel Rügen am Kap Arkona und dem Fischerstädtchen Vitt sowie die Gegend um den Kleinen oder den Großen Jasmunder Bodden (beliebt ist die Freilichtbühne in Ralswiek). Die Insel Ummanz ist im Frühjahr und Herbst ein Anziehungspunkt nicht nur für Vogelkundler: dann tummeln sich dort Tausende von Kranichen (Beobachtungsstände in Tankow).


Hiddensee

Eins der auffälligsten und gleichzeitig angenehmsten Merkmale der ca. 17km langen Insel ist die Abwesenheit von Autoverkehr. Das Motto lautet: Radfahren oder Laufen. Dem Charme der Insel verfielen schon in den frühen Jahren des 20. Jh. Prominente aus Kunst und Kultur. Besonders dem Dramatiker Gerhart Hauptmann hatte es die Insel angetan - so sehr, dass er sich im Ort Kloster ein Haus kaufte. "Haus Seedorn" wurde zum beliebten Treffpunkt von Intellektuellen rund um Hauptmann und ist heute ein Museum. Das Grab des Schriftstellers finden Sie auf dem Friedhof bei Kloster. 2km südlich liegt Vitte, dessen reetgedeckte Katen und Ferienhäuser ebenfalls Sehenswürdigkeiten sind; zum dritten Ort Neuendorf ist es ein Spaziergang von einer guten Stunde. Ganz besonders dem Alltag entfliehen kann man hier abends oder in der Nebensaison, wenn keine Besucher Hiddensee bevölkern - dann ist dieses Fleckchen Erde wirklich etwas für diejenigen, die reif für die Insel sind (Fährverbindungen von Stralsund und Schaprode).

Counter